»Würzburger Automobil Gipfel«
Lücke zwischen Straßen- und Schienenverkehr schließen
Bombardier Transportation Chief Innovation Officer Martin Ertl fordert von den Automobilherstellern den offenen Dialog. "Wir können die Menschen zwar von der Straße auf die Schiene bringen und damit die Effizienz der eingesetzten Energie erhöhen, aber das hilft weder uns, den OEM noch den Endkunden", sagte er auf dem 3. »Würzburger Automobil Gipfel«.
Vielmehr sei eine systematische Betrachtung notwendig, um Mobilität zu Lande, zu Wasser und in der Luft zusammenzubringen. Wie notwendig die Zusammenarbeit ist, verdeutlichte Ertl mit der modernen Städteplanung: "Die Städteplaner haben das Automobil doch heute schon gar nicht mehr auf der Rechnung", kommentierte Ertl in Würzburg.
Dialog über Branchengrenzen
Über diesen systematischen Ansatz hinaus forderte Ertl die OEM zudem zum Wissenstransfer über die jeweiligen Industriegrenzen auf. Der vom Würzburger Automobil Gipfel geforderte und geförderte Dialog über Branchengrenzen könnte laut Ertl in folgenden Bereichen von der Schiene in Richtung Straße fließen:
- Energierückgewinnung durch Rekuperation: Seit dem Jahr 2000 ist der so genannte EnergySaver bei Bombardier im Einsatz mit bis zu 30 Prozent Rückgewinnung.
- Bombardier baut Permanent-Magnet-Motoren mit hoher Leistungsdichte.
- Energieübertragung durch Induktion ist in der Bahntechnik ebenfalls Standard (Übertragbar sind bis zu 300 kW/h, im Labor sei sogar 1 MW möglich).
- Elektromechanisches Fahrwerk, dessen Sensoren trotz verbauten 14 bis 16 Tonnen Stahl den kleinsten Schienenfehler registrieren und sofort an den Betreiber weitergeben.
- Netzplanung: Möglicherweise für die Automobilindustrie im Zuge der Elektromobilität Neuland. Für Bombardier jedoch Handwerkszeug.
Die Frage, ob Bombardier als derzeit weltgrößter Schienenfahrzeughersteller auch ein Automobilzulieferer werden möchte, verneinte Ertl jedoch während der anschleißenden Expertenrunde: "Von den Stückzahlen verstehen wir nichts, es geht drum, wo wir die Lücken schließen und uns gegenseitig helfen können".
Jens Badstübner




